Zwangspause

 

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Leider bin ich seit mehr als einer Woche außer Gefecht gesetzt – ich habe eine verschleppte und ziemlich schmerzhafte Sehnenscheidenentzündung an der rechten Hand.
Betroffen sind alle vier Finger-Sehnen auf dem Handrücken, was es mir nahezu unmöglich macht, die Finger zu bewegen. So kann man natürlich weder tippen noch die Computermaus bedienen.
Deshalb werde ich die längst geplanten (aber noch nicht geschriebenen) Blogbeiträge nach hinten verschieben.
Was aber noch viel schlimmer ist: So kann ich auch nicht am aktuellen Siegerland-Krimi weiterarbeiten, und der für Juni anvisierte Veröffentlichungstermin ist für mich wahrscheinlich nicht zu halten. Noch ist nicht abzusehen, wann meine Hand abgeheilt sein wird …
Dann müsst ihr eben mit älteren Beiträgen vorlieb nehmen!
🙂

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Vier Nachrufe

angel-1548085_1920Diesen Beitrag schiebe ich schon ein Weilchen vor mir her, weil er mir wirklich nicht leicht fällt.
Schon manches Mal habe ich ein Dokument geöffnet, auf das leere Blatt gestarrt, ein paar Mal geschluckt und dann das Dokument wieder geschlossen, ohne auch nur ein einziges Wort geschrieben zu haben. Es ist leichter, sich mit den schönen Dingen zu beschäftigen, und so ein Dokument ist schnell geschlossen.
Aber es ist nicht vergessen, denn gleichzeitig trage ich diesen Eintrag in meinem Inneren ständig mit mir herum. Weil er von Menschen handelt, die gehen mussten.

Autoren-Netzwerke

Ich hocke zwar die meiste Zeit allein an meinem Schreibtisch, aber ich bin beim Schreiben nicht allein. Denn ich habe viele Kolleginnen und Kollegen in unterschiedlichen Netzwerken, mit denen ich mich mehr oder weniger rege austausche.
Wir treffen uns auch in größeren Abständen persönlich, und dadurch sind schon viele schöne, lustige und wertvolle Freundschaften entstanden.

Doch leider sind aus meinen Netzwerken in den letzten 13 Monaten vier Menschen verstorben – Autorinnen und Autoren, deren Bücher vielleicht in euren Regalen stehen, oder die ihr in der Buchhandlung schon mal durchgeblättert habt.
Mit meinem Nachruf möchte ich meinen Teil dazu beitragen, dass diese tollen Autoren und großartigen Menschen nicht vergessen werden …

Birgit Salutzki

Birgit verstarb am 13.12.2016, kurz nach ihrem 51. Geburtstag.
Wir haben uns im Frühjahr 2016 auf einem Treffen der Mörderischen Schwestern kennen gelernt. Nach einem intensiven Arbeitstag und einer Führung durch das Essener Polizeipräsidium haben wir gemeinsam beim Mexikaner zu Abend gegessen und viel gelacht.
Wir hatten so viele gemeinsame Interessen (Metal, Fußball – sie Schalke, ich Werder, und natürlich Krimis) und haben uns so angeregt unterhalten, dass ich mich schon auf unser nächsten Treffen gefreut habe.
Doch dazu kam es leider nicht mehr …
Birgit war ein echtes Ruhrpott-Gewächs, und natürlich spielte auch ihr Krimi „Ruhrkälte“ im Pott – und Fußball und Metal sind natürlich auch ein Thema.

Sabine Wassermann

Sabine verstarb am 31.03.2017, ebenfalls im Alter von 51 Jahren.
Wir kannten uns vom Montségur-Autorenforum, wo wir beide schon seit vielen Jahren Mitglieder waren.
Sabine kannte sich wirklich gut im Verlagsgeschäft aus, und sie hatte einen realistischen und nüchternen Blick auf alles, was ich sehr geschätzt habe.
Auf unserem jährlich stattfindenden Autorentreffen im Herbst in Oberursel habe ich sie 2016 erstmals persönlich getroffen. In einer großen, sehr angeregten Diskussionsrunde stand sie auf und forderte von den Verlagen mehr Wertschätzung für uns Autoren. Sie bekam tosenden Applaus von uns, weil sie nämlich einen ganz großen Missstand ansprach. Dieser Moment hat sich bei mir eingebrannt, und er passt zu der Sabine, die ich auch im Forum erlebt habe.
Sie hat unter verschiedenen Namen hauptsächlich historische Romane und eine Fantasy-Saga geschrieben. Leider konnte sie ihr letztes Projekt nicht mehr beenden, aber Kolleginnen aus dem Forum haben sich dessen angenommen und planen eine Veröffentlichung.
Tereza Vanek, eine Freundin und Kollegin, hat einen Nachruf auf sie veröffentlicht.
Eine ihrer letzten Veröffentlichungen war „Das Leuchten der Welt“ als Isabel Beto.

Andrea Schacht

Andrea verstarb am 26.10.2017 im Alter von 61 Jahren.
Andrea war eine ganz wichtige Person für meine schriftstellerische Laufbahn.
Sie war nicht nur für mich eine Art Mentorin, sondern auch für viele andere. Wir kannten uns ebenfalls aus dem Montségur-Forum und haben uns auch in Oberursel persönlich kennen gelernt.
Andrea war absoluter Profi und kannte alle Höhen und Tiefen des Verlagsgeschäfts. Sie hat wunderbare Bücher geschrieben, tolle Figuren entwickelt und hatte trotz der vielen Arbeit noch Zeit und Muße, Arbeitsgruppen im Forum zu leiten. Durch ihre sehr direkte und ehrliche Art habe ich unheimlich viel gelernt, und sie hat mich vor mancher dummen Idee bewahrt.
In den letzten Jahren hatte sie sich zurückgezogen, weil sie gesundheitlich nicht mehr dazu in der Lage war. Im Oktober 2016 gab sie auf ihrer Website bekannt, dass sie auf eine Nierentransplantation wartet. Leider hat sie ihre schwere Krankheit nicht überlebt.
Andrea Schacht hat mehr als dreißig Romane veröffentlicht, überwiegend historische, aber auch Katzenromane. Sie hat die Geschichte der Stadt Köln lebendig werden lassen.
Ihr aktuellster Roman Mord im Badehaus erscheint am 19.01.2018, also demnächst.

André Wiesler

André verstarb am 23.11.2017 im Alter von 43 Jahren.
Auch André war Teil des Montségur-Forums, auch wenn er dort schon länger nicht mehr aktiv war. Aber in der Anfangszeit der Forumstreffen in Oberursel hat er sich um die Technik gekümmert, damit in den Diskussionsrunden nicht plötzlich Stille herrscht.
André war ganz in der Phantastik zu Hause, gleichzeitig war er auch Entertainer und Bühnenmensch und wusste, wie man die Menschen zum Lachen bringt.
Für die Pen-&-Paper-Rollenspiele „Das schwarze Auge“ (DSA) und „Shadowrun“ hat er mehrere Abenteuer geschrieben.
Ulisses-Spiele, einer seiner Verlage, hat einen Nachruf auf ihn veröffentlicht.
Für sein letztes Projekt Protektor hat er eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne gestartet, und bei Facebook habe ich amüsiert verfolgt, wie er Würfel und andere Gimmicks dafür entwickelt hat.

Abschied

Ich würde mich freuen, wenn ihr auf der Suche nach neuem Lesestoff auch an Birgit, Sabine, Andrea und André denkt. Ihre Bücher und damit ein Teil ihres Lebens sind das, was sie für uns zurücklassen.
Und vielleicht ist es auch für die Angehörigen ein kleiner Trost ist, dass ihre Bücher immer noch gelesen werden und sie nicht in Vergessenheit geraten.

Ratgeber: Weniger Müll für ein reicheres Leben

Hallo, liebe Blogbesucher!

Ich hoffe, ihr habt einen schönen Silvesterabend verbracht und seid mit vielen guten Wünschen und manch gutem Vorsatz ins neue Jahr gestartet.
Wenn eure Vorsätze auch nur ganz entfernt etwas mit Entrümpeln (Decluttern), Minimalismus, Zero Waste oder plastikfreiem Leben zu tun haben, möchte ich euch gern einen neuen Ratgeber ans Herz legen.
Meinen Ratgeber! 🙂

Less waste, more life, klein

„Less Waste – More Life“ von Judith Schwarz

In den letzten Wochen und Monaten habe ich mich intensiv damit beschäftigt, wie man Geld sparen und gleichzeitig noch etwas Gutes für die Umwelt tun kann. Und für sich selbst sowieso!
Ich habe angefangen, unsere Wohnung zu entrümpeln, Pflegeprodukte und Putzmittel selbst herzustellen, ich habe mein Einkaufsverhalten verändert und im Selbstexperiment sogar meine Zähne mit Kernseife geputzt. Letzteres beschränkt sich aber auf ein einmaliges Experiment, soweit möchte ich dann doch nicht gehen … 😉

Außerdem habe ich viele Daten über unseren Umgang mit Müll gesammelt und mich genauer damit beschäftigt, warum wir überhaupt so viel konsumieren und warum Besitz auch belasten kann.
Das Buch ist weder dogmatisch noch streng, sondern eine ganz einfache Hilfestellung für den Weg in ein nachhaltigeres Leben. Und das ist sehr viel einfacher, als man vielleicht denken mag.
Wenn euch das Buch gefällt, dürft ihr es gern euren Freunden, Verwandten, Bekannten und Arbeitskollegen weiterempfehlen. Und ihr dürft auch gern dazu sagen, wer sich hinter „Judith Schwarz“ verbirgt! 🙂

Vorerst erhaltet ihr „Less Waste – More Life“ als E-Book bei Amazon – wer keinen Kindle hat, kann sich die entsprechende App herunterladen und dann sofort mit dem Lesen loslegen.
Ich freue mich jedenfalls über viele Neueinsteiger und Ausprobierer und bin sehr auf die ersten Rückmeldungen gespannt!
Ihr könnt einfach hier klicken: Less Waste – More Life

Bis bald – in einer hoffentlich aufgeräumteren Umgebung!

Silvestergrüße

Ich wünsche euch allen einen guten Start ins neue Jahr – kommt gut rüber, bleibt gesund und bewahrt euch ein bisschen kindliche Fröhlichkeit!
🙂
Wahrscheinlich muss ich gar nicht hinzufügen, dass ich mich sehr auf das neue Jahr freue, denn für mich stehen ein paar Veröffentlichungen an – die erste direkt an Neujahr!
Aber dazu erzähle ich euch in den nächsten Tagen mehr.
Jetzt wird erst mal das alte Jahr gebührend verabschiedet und das neue erwartungsfroh begrüßt!

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Frohe Weihnachten!

Ich wünsche all meinen Blogbesucherinnen und -besuchern noch ein paar geruhsame Tage bis zum Weihnachtsfest und wunderschöne und stressfreie Feiertage mit allen Menschen, die ihr gern um euch habt.
Genießt die Zeit miteinander und seid füreinander da – und denkt auch mal an jene, die nicht so viel Glück haben wie wir.

Wir lesen spätestens im Jahr 2018 wieder voneinander!
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Wisente in Südwestfalen

Im März 2010, also vor beinahe acht Jahren, wurde mit Bulle „Egnar“ der erste Wisent im Wisent-Wald bei Bad Berleburg am Rothaarsteig angesiedelt. Ihm folgten Wisent-Kühe und weitere Bullen.
Drei Jahre später wurde die zwischenzeitlich auf acht Wisente angewachsene Herde in die Freiheit entlassen. Mittlerweile leben mehr als zehn Wisente in freier Wildbahn in den Wäldern des Sauerlandes und Wittgenstein.
Die von den ausgewilderten Wisenten bewohnte Fläche ist riesig, weshalb man den Tieren nur mit außerordentlich viel Glück begegnen kann. Umso bemerkenswerter sind dann private Filmaufnahmen wie die nachfolgende, auf der die gesamte Herde zu sehen ist.
Mit gemächlicher Ruhe und großer Erhabenheit überqueren die imposanten Tiere eine verschneite Straße. Ein beeindruckendes Dokument!
Das Video habe ich auf der Facebook-Seite der Ranger Südwestfalen entdeckt, leider ohne Quellenangabe. Trotzdem ein großes Dankeschön an den unbekannten Filmer!

Ärger um die Wisente

Das Wisent-Projekt ist teilweise sehr umstritten und stand schon mehrmals vor dem Aus.
Hintergrund sind die Fraßschäden der Tiere an den Bäumen, die den Zorn der Waldbauern auf sich ziehen und vor Gericht verhandelt werden. Außerdem soll eine Wanderin angegriffen worden sein.
Im Mai 2017 entschied das Oberlandesgericht Hamm, dass die Wisente im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes als besonders schützenswert gelten und deshalb geduldet werden müssen.

Die zweite Herde

Neben der ausgewilderten Wisent-Herde gibt es auch eine zweite, die in einem 20 Hektar großen Areal, der Wisent-Wildnis, lebt. Da diese Tiere in einem eingezäunten Gebiet leben, ist die Wahrscheinlichkeit, dort einem Wisent zu begegnen, natürlich deutlich größer.
Das Wisent-Projekt wird übrigens wissenschaftlich von mehreren Universitäten begleitet, weil es in dieser Form einmalig in Europa ist.
Wer also mal bei uns in der Region zu Besuch ist, sollte unbedingt einen Abstecher in die Wisent-Wildnis nach Bad Berleburg machen!

Weihnachtskrimi „Siegtropfen“ Gewinnspiel

Geheimnisvolles geschieht auf der Weihnachtszeitreise, dem historischen Weihnachtsmarkt im Bad Berleburger Schlosshof …

Unter allen Abonnenten meines neuen Newsletters verlose ich 10 E-Books* von „Siegtröpfchen“, dem Siegerlandkrimi, der es in sich hat …

Sieg-tropfen (1)Das lohnt sich in mehrfacher Hinsicht, denn man kann das E-Book nicht kaufen, sondern nur bei mir gewinnen! 🙂

Zur Anmeldung geht es hier entlang, der Newsletter erscheint am 01.12.2017.
Auf der Seite der Weihnachtszeitreise könnt ihr euch schon mal auf den historischen Weihnachtsmarkt (und meinen Krimi! 😉 ) einstimmen!

Ich drücke euch allen die Daumen und wünsche euch viel Vergnügen!

*im Wunschformat: ePub, mobi oder pdf, man kann das E-Book auf jedem elektronischen Gerät lesen (Reader, Smartphone, Tablet, PC …)

Achtung! 
Es gab wohl bei jemandem Schwierigkeiten mit der Anmeldung. Wenn das bei euch der Fall ist: Schickt mir einfach eine Mail an info(ät)wort-farben.de. Ich trage euch dann ein und schicke euch eine Bestätigungsnachricht!

Das Kleingedruckte:
Das Gewinnspiel endet am 01.12.2017 um 12 Uhr. Teilnehmen kann jeder, der sich für den Siegerlandkrimis-Newsletter einträgt. Der Gegenwert des E-Books kann nicht in Euro ausgezahlt werden. Die Gewinner werden nach dem Zufallsverfahren ausgelost und schnellstmöglich benachrichtigt und erklären sich damit einverstanden, mit ihrem Vornamen (und ggf. dem Ort) im Newsletter erwähnt zu werden.
Es besteht keine Verpflichtung, den Newsletter nach der Auslosung noch zu abonnieren.

Songs über Siegen und Wittgenstein

Manchmal stolpert man ja sprichwörtlich über ein Thema, und so ging es mir auch mit den folgenden Songs.
Ja, ich gebe zu: Siegen kann polarisieren.
 „Zu viel Beton“ sagen die Einen, „die grünste Stadt Deutschlands“ die Anderen.
„Was ist schlimmer als verlieren? Siegen!“ war einer der ersten Sprüche, den ich hier gehört habe, und in den ersten Jahren habe ich auch ein klein wenig daran geglaubt.
Mit dem Leitspruch „Provinz voll Leben!“ wollte man sich selbst ein wenig auf die Schippe nehmen, aber erst, als man „Siegen zu neuen Ufern“ ausrief, wurde es hier wirklich schön.

Die Stadt Siegen hat eben ihren ganz eigenen Charme, und wie der aussieht, könnt ihr euch selbst anschauen und -hören!

Sarah Böttcher hat ein wunderschönes Liebeslied über ihre Heimatstadt geschrieben:

Der Rapper Haboob lebt mittlerweile in Köln, hat sein Herz aber trotzdem an Siegen verloren:

Matthias Merzhäuser hat sich eher mit Wittgenstein beschäftigt und nimmt die Natur in den Fokus:

Im Gegensatz dazu gibt es einen schon etwas älteren Song von 2012, der eher die Betonstadt im Blick hat:

Es gibt noch mehr Songs über Siegen und Wittgenstein, die zeige ich euch in einem späteren Beitrag.
Bei diesen hier haben mir die Bilder bzw. Filme gefallen, und wer die Stadt noch nicht kennt, kann sich ein eigenes Bild machen. Und wer sie kennt, freut sich bestimmt über die eine oder andere Einstellung!

Viel Vergnügen!

Der Siegerland-Krimi-Newsletter

Am 1. Dezember ist es endlich soweit: Mein Newsletter startet!

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Da ich eine Verlosung für die Abonnenten (also euch!) plane, gibt es im Hintergrund ein bisschen zu werkeln und zu basten. Da kommt das Schreiben am neuen Krimi zwar aktuell zu kurz, aber ich hole die verlorene Zeit garantiert wieder auf.
Außerdem plane ich einen Artikel aus der Siegen für InSIder – Reihe, der erstmal nur den Newsletter-Abonnenten zur Verfügung steht.
Schließlich soll es sich ja für euch lohnen!
Und keine Angst: Der Newsletter ist für etwa drei bis vier Mal im Jahr geplant und wird euch garantiert nicht das E-Mail-Postfach vollmüllen!
Spam mag ich nämlich genau so wenig wie ihr.

Ihr könnt euch schon mal hier eintragen, dann bekommt ihr alles zeitnah mit!

Ich freue mich auf euch!

Vom NaNoWriMo zum Verlag

Was ist NaNoWriMo?

NanoHeute ist der 1. November und damit beginnt für viele Schreibende der jährlich stattfindende National Novel Writing Month.
Das bedeutet nichts anderes, als dass mittlerweile mehr als 300.000 Menschen weltweit innerhalb von 30 Tagen versuchen, 50.000 Wörter eines Romanes zu schreiben. Der Roman selbst wird vermutlich länger sein, aber 50.000 Wörter in 30 Tagen sind trotzdem schon eine Hausnummer.
Der NaNoWriMo wurde 1999 von Chris Baty ins Leben gerufen, und damals nahmen lediglich 21 Menschen teil. Mittlerweile ist das Ganze deutlich professionalisiert, es gibt eine eigene Website und viele, viele Anhänger auf der ganzen Welt, die regelmäßig teilnehmen.
Es ist klar, dass der Text wirklich nur eine Rohfassung ist, aber für viele Menschen ist es ein echter Ansporn, angefangene, unterbrochene oder bisher nur im Kopf existierende Geschichten gezielt und organisiert aufzuschreiben. Die Überarbeitung und die Korrekturphasen kommen später.
Klar, das Ganze kann man auch in jedem beliebigen Monat des Jahres machen, aber gemeinsam macht es einfach mehr Spaß. Auf der Seite nanowrimo.org kann man sich Schreibbuddys suchen und kleine Wettkämpfe veranstalten, man kann sich im Forum mit Gleichgesinnten austauschen oder auch im realen Leben zum gemeinsamen Schreiben treffen. In vielen größeren Städten organisieren Teilnehmer Stammtische, und die Orga schickt regelmäßig aufmunternde und motivierende Nachrichten.
Und wer wie ich Spaß an Statistiken hat, kommt ebenfalls auf seine Kosten, denn die Wordcounts werden nach Regionen aufgeschlüsselt und man kann stündlich nachschauen, welcher Kontinent oder welcher Staat aktuell die meisten geschriebenen Wörter vorweisen kann.
Den Text an sich muss man übrigens nicht preisgeben, denn man trägt einfach seinen täglichen Wordcount ein, den man vom jeweils verwendeten Schreibprogramm zählen lässt.
Das bedeutet natürlich auch, dass man betrügen kann – aber letzten Endes betrügt man damit nur sich selbst. Man kann den NaNo zwar offiziell gewinnen, aber der einzige Gegenwert, den man erhält, ist ein deutlich angewachsenes oder endlich fertiggestelltes Manuskript. Und das ist natürlich ein toller Preis und mit nichts aufzuwiegen!

„Knochenfinder“ – vom NaNo zum Verlag

Download

2008 habe ich das erste Mal am NaNo teilgenommen.
Damals war ich sehr aktive Geocacherin und hatte nur die grobe Idee, in einem Geocaching-Versteck Knochen zu platzieren.
Den NaNo habe ich als Ansporn genommen, die erste Fassung des Krimis zu schreiben, und ich habe mich dann tatsächlich durchgequält. Ja, es war teilweise eine Qual.
Für eine Studentin im Zweitstudium mit zwei kleinen Kindern und einem Nebenjob war es echt hart. Auch wenn ich vor Rückenschmerzen teilweise kaum noch sitzen konnte und ich in dieser Zeit vielleicht nicht gerade die fürsorglichste Mutter und aufmerksamste Partnerin war, habe ich am Ende des Monats 51.347 Wörter geschrieben.
Darauf bin ich auch heute noch stolz, weil es wirklich ein Knochenjob war.
Aber es hat sich gelohnt!

Das Mentoring-Programm der Mörderischen Schwestern

Natürlich war der Text noch relativ unreif, denn es war das erste Mal, dass ich eine angefangene Geschichte auch tatsächlich zu Ende geschrieben habe.
Also habe ich das Manuskript überarbeitet. Und noch mal überarbeitet. Ich hatte Hilfe von einer Krimiautorin aus der Schweiz: Sabina Altermatt, die mich als Mentee unter ihre Fittiche nahm.
Das bedeutete auch, dass ich vieles noch einmal ändern musste; ich hatte damals zum Beispiel noch Schwierigkeiten mit der Erzählperspektive. Gleichzeitig tat es gut, mit einer erfahrenden Autorin am Text zu arbeiten und die individuellen Macken kennen zu lernen und auszubügeln.

Ein Artist-in-residence-Stipendium im Künstlerdorf Schöppingen

Ein paar Monate später war ich mit dem Manuskript soweit zufrieden, dass ich mich damit für ein Stipendium bewarb. Welcher Teufel mich damals geritten hat, weiß ich nicht, aber es war verdammt gut. Denn ich erhielt eines der seltenen und begehrten Aufenthaltsstipendien im Künstlerdorf Schöppingen im Münsterland.
Zwei Monate lang konnte ich fernab von meinen üblichen Pflichten als Studentin-Mutter-Sozialpädagogin an meinem Manuskript arbeiten. Dazu bewohnte ich ein Ein-Zimmer-Apartment mit Selbstversorgung, und zeitgleich mit mir waren mehrere andere Künstler aus dem In- und Ausland dort: Schriftsteller, bildende Künstler, Maler, Zeichner, …
Es war eine wirklich tolle und lehrreiche Zeit, an die ich gern zurückdenke.

Der Agenturvertrag

Mit einem guten Manuskript, einer noch relativ neuen Idee und einer tollen Auszeichnung im Gepäck ging ich dann auf Agentursuche.
Noch Monate zuvor hatte ich davon geträumt, vielleicht einmal irgendwann in einem kleinen Verlag veröffentlichen zu können.
Doch irgendwann fühlte ich mich mutig genug, einen anderen Weg einzuschlagen: Nicht von unten nach oben hocharbeiten, sondern erstmal „oben“ anzuklopfen und sich dann nach „unten“ weiterzuarbeiten.
Zu meiner größten Verwunderung ging es dann ganz schnell. Kaum waren die Bewerbungsunterlagen abgeschickt, kam auch schon die Anfrage meiner Wunschagentur. So dauerte es nur wenige Tage, bis ich nach dem Abschicken meiner Bewerbung den Agenturvertrag unterschreiben konnte. In der Zwischenzeit hatte sich auch noch eine andere Agentur gemeldet, aber da war meine Wunschagentur einfach schneller. Und ich habe nie bereut, so schnell zugeschlagen und nicht gezögert zu haben.

Der Weg in den Verlag

Nun war ich zwar bei einer renommierten Agentur unter Vertrag, aber das war nur ein Schritt von vielen, um meine „Knochenfinder“ bei einem Verlag unterzubringen.
Vor der Verlagsreise lag nämlich eine mehrmonatige Zeit der erneuten Überarbeitung (ich weiß schon gar nicht mehr, die wievielte. Die siebte vielleicht?). Meine Agentin ging mit mir das Manuskript durch, wies mich auf Ungereimtheiten hin, gab mir Tipps, um die Spannung zu erhöhen und ließ nicht locker, bis sie den Text endlich gut genug fand für die Verlagssuche.
Der NaNo 2008 lag mittlerweile schon mehr als eineinhalb Jahre zurück, und endlich war es soweit: Das Manuskript wurde bei mehreren Verlagen eingereicht.
Auch hier ging es wieder recht flott, denn nach weniger als zwei Wochen war klar, dass ich bei Bastei Lübbe unterschreiben werde.
Man ahnt schon, was jetzt kommt: Überarbeitungen … 🙂
Meine Verlagslektorin gab mir noch ein paar Tipps für die Figurenentwicklung und den Spannungsbogen, und nachdem ich diese eingearbeitet hatte, ging der Text ins Außenlektorat. Mein Außenlektor arbeitete sehr detailliert mit mir am Text und war überhaupt der Erste, der sich mit meiner Sprache an sich beschäftigte.
Ich weiß, dass unter vielen angehenden  Autoren die Angst kursiert, ein Lektor würde zu sehr in den Text eingreifen oder gar die eigene Sprache verändern. Diese Angst ist in meinen Augen unnötig, denn die Lektoren schauen dorthin, wo wir unsere blinden Flecken haben. Wie viel man dann letztlich vom Lektor annimmt oder nicht, entscheidet man, wenn es soweit ist. Aber ein Lektorat tut immer gut, zumindest in den großen Verlagen.

Lizenzen – Bertelsmann-Club und Audible

IMG_20171101_134226Das Schöne an der Zusammenarbeit mit einem Verlag beziehungsweise einer Agentur: Um manche Dinge muss man sich überhaupt nicht kümmern.
Dazu gehören auch Lizenzverträge.
Im Sommer erschien „Knochenfinder“ als Club-Lizenz bei Bertelsmann. Eine Club-Lizenz bekam nicht jedes Buch und war deshalb immer besonders schön, denn auf diese Weise konnte man neue LeserInnen erreichen und musste sich keinerlei Gedanken um Werbung machen. Außerdem bekamen die Bücher neue Cover.
Leider hat Bertelsmann seinen Buchclub Ende 2015 eingestellt, denn für uns Autoren bedeutete eine Club-Lizenz immer auch ein kleines Zubrot.
Für „Knochenfinder“ war außerdem eine italienische Lizenz im Gespräch, aber das hat sich wieder zerschlagen. Ich hätte es jedenfalls ziemlich witzig gefunden, mein Buch in einer Fremdsprache zu sehen, die ich selbst überhaupt nicht beherrsche. Ich hätte jedenfalls keine Möglichkeit gehabt, den Inhalt zu überprüfen. Aber Spaß gemacht hätte es ganz bestimmt, ein paar witzige Übersetzungen inklusive.
Für alle, die Geschichten lieber hören als lesen, gibt es „Knochenfinder“ nach wie vor bei Audible als Hörbuch-Download. Vera Teltz hat das Hörbuch eingelesen, was mich ziemlich stolz macht – immerhin hat sie eine ganz beachtliche Liste von Synchronisationen und Hörbüchern vorzuweisen (zum Beispiel „Lost“ und „Pirates of the Caribbean“, aber auch Sebastian Fitzek).

Entdeckt! – der Amazon-Autorenpreis

Am 07. April 2012 erschien dann endlich mein Debüt-Roman „Knochenfinder“ und machte sich ganz gut auf dem Markt. Schon nach fünf Wochen ging er in die zweite Auflage, und ich bekam die ersten Anfragen zu Lesungen, auch weit über das Siegerland hinaus.
Zu dieser Zeit rief Amazon den Entdeckt! – Autorenpreis aus, um auf neue deutschsprachige Talente aufmerksam zu machen. „Knochenfinder“ hat es im ersten Durchgang des Preises geschafft, Sieger im dritten Quartal zu werden. Für die Gesamtwertung hat es nicht ganz gereicht, da wurde mein Buch „nur“ Zweiter.
Mittlerweile wird der Preis nicht mehr verliehen, aber für mich war es eine weitere tolle Auszeichnung und eine zusätzliche Motivation, weiterzumachen.

„Knochenfinder“ heute

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Mittlerweile sind ein paar Jahre ins Land gegangen, und mit „Kuckucksbrut“ gab es 2015 den Nachfolger von „Knochenfinder“.
„Knochenfinder“ ist inzwischen vom Markt genommen, denn der Buchmarkt ist wahnsinnig schnelllebig. Manche Bücher halten sich nur ein Jahr oder weniger, mein Debüt-Roman war immerhin fünf Jahre lang auf dem Markt.
Aber das ist überhaupt kein Grund, den Kopf hängen zu lassen, denn im Laufe des kommenden Jahres, also 2018, wird „Knochenfinder“ überarbeitet und mit neuem Cover versehen erneut erscheinen.
Ihr dürft euch also freuen!

Auf zu neuen Taten!

Ihr seht also, dass es sich durchaus lohnt, sich für ein Herzensprojekt einzusetzen und viel Arbeit zu investieren. Und aus einem einfachen NaNoWriMo-Projekt kann durchaus ein sehr erfolgreicher Roman entstehen – wenn man bereit ist, an sich zu arbeiten und Kritik und Hilfe anzunehmen.
Mittlerweile schreibe ich hauptberuflich und „brauche“ im Grunde keinen NaNoWriMo, um einen Roman zu schreiben. Trotzdem nehme ich noch einmal teil, weil ich daran glaube, dass es gemeinsam mehr Spaß macht. Und weil ich hoffe, dass ich vielleicht ein bisschen weniger Zeit im Internet verplempere, wenn meine Schreibbuddys schon ein paar Tausend Wörter mehr haben als ich.
Mal schauen, wie mein Bericht in vier Wochen aussehen wird!
🙂
Ich freue mich übrigens auf weitere Buddys!

PS: Dieser Beitrag ist 1608 Wörter lang. Um den NaNoWriMo zu gewinnen, muss ich also jeden Tag einen Text in etwa dieser Länge schreiben. Jeden Tag, auch am Wochenende oder wenn ich krank bin!