Zeitzeugen und Spurensuche

Die hartnäckige Idee

In den vergangenen Tagen war ich auf Recherchereise – sowohl zeitlich als auch räumlich.

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Diese ganze Reise mit all ihren Eindrücken hat mich nachhaltig beeindruckt und so einiges in mir ausgelöst, das ich erst mal verarbeiten muss.
Hintergrund dieser Reise ist natürlich mein gerade in der Entstehung begriffener neuer Roman. Aus einer vagen Idee, einer einzelnen Szene, erwächst langsam eine Geschichte, die unbedingt erzählt werden will. Eine Geschichte, von der ich bis vor ein paar Tagen gar nicht wusste, dass sie in mir wohnt.

Das mit der einzelnen Szene ist sonderbar, weil ich diese Art der Ideenfindung von mir gar nicht kenne. Bisher hatte ich immer ein bestimmtes Oberthema, mit dem ich mich gern beschäftigen wollte, und die Geschichten entstanden dann quasi unter dieser Überschrift.
Diesmal ist es anders.
Die ideengebende Szene war einfach da, beim Pizzaessen kam sie aus dem Nichts, grinste mich an und sagte: „Da bin ich. Und ich werde dich so lange nerven, bis du dich mit mir beschäftigst und dir die Geschichte anschaust, die ich mitgebracht habe.
Da konnte ich ja schlecht Nein sagen!

Zeitzeugen

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Und es hat sich gelohnt. Ich muss ja gestehen, dass mir die Recherche von allen Arbeitsschritten am meisten Spaß macht. Und diesmal ist sie besonders intensiv und, wie eingangs erwähnt, beeindruckend.

Über Umwege fand ich einen Zeitzeugen, der mir gern von seinen beeindruckenden Erfahrungen erzählt hat und mich an seinem sehr umfangreichen Wissen teilhaben ließ. Anschließend habe ich mich zwei Tage lang auf Spurensuche begeben, habe alte Relikte aufgestöbert, in fremden Erinnerungen gegraben, vergilbte Fotos betrachtet und immer wieder innegehalten, um dem Grauen Raum zu geben.

Jetzt sitze ich hier an meinem Schreibtisch zwischen Lektürebergen und versuche, all das wirken zu lassen und ihm den passenden Raum im Roman zu geben. Ich ahne, dass mir eine sehr emotionale Zeit bevorsteht.
Aber das ist wohl Autoren-Schicksal, denn wenn ich Leid für Leser greifbar machen will, muss ich das Leiden auch fühlen. Sonst ist es nur eine nüchterne Beschreibung.

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